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Portrait
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Eltern, liebe Patienten,
die Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie hat gezeigt, dass die Karies
in Deutschland auf ein bislang für kaum realisierbar gehaltenes Maß
zurückgedrängt werden konnte. Dies ist zweifellos ein Erfolg
der Kinderzahnheilkunde und aller hierbei beteiligten Institutionen und
Personen, z.B. auch des Öffentlichen Gesundheitsdienstes mit den
jährlichen Reihenuntersuchungen und den gruppenprophylaktischen Maßnahmen.
Wenn dieser Erfolg jedoch so interpretiert wird, als wäre die Kinderzahnheilkunde
zukünftig entbehrlich, so liegt hier eine schwere Fehleinschätzung
vor.
So betrifft die positive Entwicklung vornehmlich das bleibende Gebiss. Im
Milchgebiss hingegen ist der Kariesrückgang vergleichsweise gering.
Zudem ist eine Polarisation des Kariesbefalls mit einer Konzentration hoher
Karieserfahrung auf eine Teilgruppe der Kinder erkennbar, in der zusätzlich
ein schlechter Sanierungsgrad zu ermitteln ist. Besondere Herausforderungen
bestehen im Zusammenhang mit der Problematik der frühkindlichen Karies.
Mit einer Häufigkeit von mehr als 10 % der Kinder im Vorschulalter
stellt diese Erkrankungsform ein erhebliches Problem dar.

Es ist
die Aufgabe frühzahnheilkundlicher Betreuung, diese Situation nach
Kräften zu verbessern.
Ein Grund für die im Milchgebiss unbefriedigende Situation liegt
sicherlich in der zu späten Vorstellung der Kinder beim Zahnarzt.
Ein deutlicher Kariesrückgang im Milchgebiss wird sich nur dann einstellen,
wenn die Kinder beizeiten einer Betreuung durch die Zahnärzteschaft
zugeführt werden, um individuell abgestimmte Präventions- oder
Therapiemaßnahmen einleiten zu können. Dazu bedarf es besonders
an der Betreuung und Behandlung von Kleinkindern interessierter und hierzu
befähigter Kolleginnen und Kollegen. Spätestens hier ergibt
sich die Notwendigkeit einer modernen, leistungsfähigen Kinderzahnheilkunde,
und hier kommt die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde
ins Spiel.
Die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK) ist eine
wissenschaftliche Gesellschaft mit mehr als 1300 Mitgliedern. Für
die Kinderzahnheilkunde relevante Kenntnisse sollen in den eigenen Reihen
vermittelt und der interessierten Kollegenschaft, aber auch den Patienten
sowie der Öffentlichkeit kommuniziert werden. Letztlich soll auf
diese Weise eine an aktuellen Erkenntnissen ausgerichtete und abgesicherte
Kinderzahnheilkunde zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten gefestigt
werden.
Zum Erreichen dieser Ziele werden durch die DGK verschiedene Wege eingeschlagen.
Im Zentrum der Wissensvermittlung steht die jährliche Tagung der
DGK. Informationen über Ort und Tagungsprogramm der jeweiligen Jahrestagung
sind unter www.kinderzahnheilkunde-online.de zu erhalten.
Eine weitere wichtige Säule, mit der die DGK die Förderung
der Kinderzahnheilkunde umsetzt, besteht in ihren strukturierten, zertifizierenden
Fortbildungsveranstaltungen. Die unverändert rege Nachfrage nach
diesen Fortbildungsangeboten belegt, dass immer noch und immer wieder
besondere Fragestellungen bei der zahnärztlichen Betreuung von Kindern
zu meistern sind. Die Fortbildungsangebote der DGK sind ebenfalls über
die erwähnte Internetseite abrufbar.
Schließlich vertritt die DGK die fachlichen Anliegen der Kinderzahnheilkunde
in der politischen und berufspolitischen Meinungsbildung. Die Frage der
Abrechenbarkeit von Narkosen für zahnärztliche Behandlungen
sind ein Beispiel, wie durch fachlich begründete Intervention der
DGK Fehlentwicklungen korrigiert werden konnten.
Um noch einmal auf die unbefriedigende Situation im Milchgebiss zurück
zu kommen: Tagtäglich beweisen viele Kinderzahnheilkundler, dass
die orale Situation der Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko nach rechtzeitiger
Risikoabschätzung unter engmaschiger individueller präventiver
und kurativer Betreuung erfolgreich verbessert werden kann. Alle Kolleginnen
und Kollegen, die hieran mitarbeiten möchten, finden unter dem Dach
der DGK eine praxisnah und wissenschaftlich orientierte Heimat.
U. Schiffner
Präsident der DGK
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