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Service für Patienten
und Eltern
Kinderzahnärztliche
Fortbildung
letzte Änderung: 02.07.2010
Ch. Hirsch
Portrait

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Eltern, liebe Patienten,

die Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie hat gezeigt, dass die Karies in Deutschland auf ein bislang für kaum realisierbar gehaltenes Maß zurückgedrängt werden konnte. Dies ist zweifellos ein Erfolg der Kinderzahnheilkunde und aller hierbei beteiligten Institutionen und Personen, z.B. auch des Öffentlichen Gesundheitsdienstes mit den jährlichen Reihenuntersuchungen und den gruppenprophylaktischen Maßnahmen. Wenn dieser Erfolg jedoch so interpretiert wird, als wäre die Kinderzahnheilkunde zukünftig entbehrlich, so liegt hier eine schwere Fehleinschätzung vor.

So betrifft die positive Entwicklung vornehmlich das bleibende Gebiss. Im Milchgebiss hingegen ist der Kariesrückgang vergleichsweise gering. Zudem ist eine Polarisation des Kariesbefalls mit einer Konzentration hoher Karieserfahrung auf eine Teilgruppe der Kinder erkennbar, in der zusätzlich ein schlechter Sanierungsgrad zu ermitteln ist. Besondere Herausforderungen bestehen im Zusammenhang mit der Problematik der frühkindlichen Karies. Mit einer Häufigkeit von mehr als 10 % der Kinder im Vorschulalter stellt diese Erkrankungsform ein erhebliches Problem dar.

Es ist die Aufgabe frühzahnheilkundlicher Betreuung, diese Situation nach Kräften zu verbessern.

Ein Grund für die im Milchgebiss unbefriedigende Situation liegt sicherlich in der zu späten Vorstellung der Kinder beim Zahnarzt. Ein deutlicher Kariesrückgang im Milchgebiss wird sich nur dann einstellen, wenn die Kinder beizeiten einer Betreuung durch die Zahnärzteschaft zugeführt werden, um individuell abgestimmte Präventions- oder Therapiemaßnahmen einleiten zu können. Dazu bedarf es besonders an der Betreuung und Behandlung von Kleinkindern interessierter und hierzu befähigter Kolleginnen und Kollegen. Spätestens hier ergibt sich die Notwendigkeit einer modernen, leistungsfähigen Kinderzahnheilkunde, und hier kommt die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde ins Spiel.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK) ist eine wissenschaftliche Gesellschaft mit mehr als 1300 Mitgliedern. Für die Kinderzahnheilkunde relevante Kenntnisse sollen in den eigenen Reihen vermittelt und der interessierten Kollegenschaft, aber auch den Patienten sowie der Öffentlichkeit kommuniziert werden. Letztlich soll auf diese Weise eine an aktuellen Erkenntnissen ausgerichtete und abgesicherte Kinderzahnheilkunde zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten gefestigt werden.

Zum Erreichen dieser Ziele werden durch die DGK verschiedene Wege eingeschlagen. Im Zentrum der Wissensvermittlung steht die jährliche Tagung der DGK. Informationen über Ort und Tagungsprogramm der jeweiligen Jahrestagung sind unter www.kinderzahnheilkunde-online.de zu erhalten.

Eine weitere wichtige Säule, mit der die DGK die Förderung der Kinderzahnheilkunde umsetzt, besteht in ihren strukturierten, zertifizierenden Fortbildungsveranstaltungen. Die unverändert rege Nachfrage nach diesen Fortbildungsangeboten belegt, dass immer noch und immer wieder besondere Fragestellungen bei der zahnärztlichen Betreuung von Kindern zu meistern sind. Die Fortbildungsangebote der DGK sind ebenfalls über die erwähnte Internetseite abrufbar.

Schließlich vertritt die DGK die fachlichen Anliegen der Kinderzahnheilkunde in der politischen und berufspolitischen Meinungsbildung. Die Frage der Abrechenbarkeit von Narkosen für zahnärztliche Behandlungen sind ein Beispiel, wie durch fachlich begründete Intervention der DGK Fehlentwicklungen korrigiert werden konnten.

Um noch einmal auf die unbefriedigende Situation im Milchgebiss zurück zu kommen: Tagtäglich beweisen viele Kinderzahnheilkundler, dass die orale Situation der Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko nach rechtzeitiger Risikoabschätzung unter engmaschiger individueller präventiver und kurativer Betreuung erfolgreich verbessert werden kann. Alle Kolleginnen und Kollegen, die hieran mitarbeiten möchten, finden unter dem Dach der DGK eine praxisnah und wissenschaftlich orientierte Heimat.

U. Schiffner
Präsident der DGK

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